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Das MuchSkills-Priorisierungsmodell

Ein Leitfaden zur Priorisierung von Kompetenzen

Diese Frage richtet sich an Führungskräfte und alle, die für eine bestimmte Rolle, ein Team oder eine Abteilung in Ihrem Unternehmen eine Kompetenztaxonomie erstellen sollen: Saßen Sie schon einmal im Restaurant und konnten sich angesichts der umfangreichen Speisekarte einfach nicht entscheiden?

3 Min. Lesezeit

Dann sind Sie nicht allein. Das menschliche Gehirn tut sich schwer, eine Entscheidung zu treffen, wenn es unzählige Optionen gibt. Man spricht hier von Entscheidungslähmung. Bei zu viel Auswahl fällt es dem Gehirn schwer, sich festzulegen, weil es Angst hat, die falsche Wahl zu treffen.

Deshalb empfiehlt MuchSkills allen Führungskräften, die eine Kompetenzmatrix oder Kompetenztaxonomie für eine Rolle, eine Abteilung oder ein Team erstellen, die aufgenommenen Kompetenzen zu priorisieren. Wir haben oft beobachtet, dass Führungskräfte dabei jede nur denkbare Kompetenz aufnehmen, selbst solche, die nur entfernt mit der Rolle zu tun haben, und die Liste schnell Hunderte von Einträgen umfasst. Diese Informationsflut führt dazu, dass sich Mitarbeitende und Führungskräfte überfordert fühlen, wenn sie die Entwicklung der einzelnen Person besprechen und planen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt MuchSkills Führungskräften in der Regel, sich beim Erstellen einer Kompetenzmatrix oder Kompetenztaxonomie an folgender Frage zu orientieren: „Welche Kompetenzen sind am wichtigsten, um in dieser Rolle erfolgreich zu sein und hervorragende Arbeit zu leisten?“

Um Sie zusätzlich zu unterstützen, hat MuchSkills in diesem Playbook ein Modell entwickelt, mit dem Sie die Kompetenzen in Ihrer Kompetenzmatrix oder Kompetenztaxonomie priorisieren können. Es basiert auf der MoSCoW-Methode, die üblicherweise im Projektmanagement und in der Produktentwicklung eingesetzt wird.

Das MuchSkills-Priorisierungsmodell

So priorisieren Sie die Kompetenzen in einer Kompetenzmatrix oder Kompetenztaxonomie

Wer eine Kompetenzmatrix oder Kompetenztaxonomie für eine bestimmte Rolle, ein Team oder eine Abteilung erstellt, sollte die Liste kurz und gezielt halten. So können Mitarbeitende beim Ausfüllen ihres Kompetenzprofils problemlos die passenden Kompetenzen auswählen. Wichtig dabei: Nehmen Sie nur Kompetenzen auf, die entscheidend dafür sind, dass die Arbeit erledigt wird und die Qualität stimmt.

Beim MuchSkills-Priorisierungsmodell teilen Sie Ihre Kompetenzen in die folgenden drei Kategorien ein:

1. Must have: Das sind die wichtigsten Kompetenzen, die für diese Rolle, dieses Team oder diese Abteilung erforderlich sind. Sie sind unverzichtbar. Fehlt auch nur eine dieser „Must have“-Kompetenzen, kann die Person in dieser Rolle/diesem Team/dieser Organisation ihre Aufgaben nicht erfüllen.

Fragen Sie sich, welche Kompetenzen für diese Rolle so grundlegend sind, dass eine Person ohne sie die ihr übertragenen Aufgaben nicht erledigen kann.

Beispiel: Unverzichtbare Kompetenzen für Projektmanager sind Kommunikation, Problemlösung, kritisches Denken, Zeitmanagement und Risikomanagement

2. Should have: Das sind Kompetenzen, die wichtig, aber nicht unverzichtbar sind. Eine Person in dieser Rolle kann ohne diese Kompetenzen zwar keine 100 % Leistung bringen, aber dennoch recht effizient arbeiten. Trotzdem empfiehlt es sich, diese Kompetenzen so bald wie möglich zu erwerben. Wer bereits starke „Must have“-Kompetenzen mitbringt, sollte fehlende „Should have“-Kompetenzen im Arbeitsalltag aufbauen, um ein abgerundeteres Profil zu erhalten.

Beispiel: Bei einem Projektmanager können „Should have“-Kompetenzen etwa gute Recherchefähigkeiten, die Entwicklung von Strategien und Zielen sowie emotionale Intelligenz sein.  

Ein Tipp für Führungskräfte, die das große Ganze im Unternehmen im Blick haben: Wenn Sie mehr als einen Projektmanager im Team haben, kann es hilfreich sein zu überlegen, wie Sie Variationen innerhalb der Rolle in der Kategorie „Should have“ abbilden.  So könnten Sie zum Beispiel einen Projektmanager mit Stärken im zwischenmenschlichen Bereich haben und einen anderen, der besonders detailorientiert ist und sich im Prozessmanagement auskennt. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass alle benötigten Kompetenzen im Team vorhanden sind.

3. Could have: Kompetenzen, die gefragt und wünschenswert sind, aber nicht so wichtig wie die beiden ersten Kategorien. Schön, wenn sie vorhanden sind, aber kein Ausschlusskriterium, wenn nicht. Fehlen sie, wirkt sich das weniger stark auf die Leistung aus als bei „Must have“ und „Should have“. Wie immer gilt: Es ist wünschenswert, dass sich Mitarbeitende, denen diese Kompetenzen fehlen, sie noch aneignen … dringend ist das aber nicht.

Beispiel: Bei einem Projektmanager können das bestimmte technische Tools sein, die nur in wenigen Ihrer Projekte zum Einsatz kommen, oder Kompetenzen wie Kreativität, Geschäftsentwicklung und Sorgfalt.  

Am Ende dieser Übung sollten Sie eine fokussierte Liste von Kompetenzen haben, die entscheidend dafür sind, dass die Arbeit termingerecht und in hoher Qualität erledigt wird.

Das Playbook in die Praxis umsetzen

MuchSkills liefert Ihnen die aktuellen Kompetenzdaten, auf denen diese Playbooks aufbauen: wer was kann, wo es Lücken gibt und wer sich weiterentwickeln möchte.

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