LinkedIn-Studie: People Analytics gehört zu den wichtigsten Arbeitswelt-Trends 2020

Welche Trends prägen die Arbeitswelt 2020?
Employee Experience, People Analytics, interne Rekrutierung und eine generationenübergreifende Belegschaft. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Karrierenetzwerk LinkedIn am 22. Januar 2020 veröffentlicht hat.
Für den Bericht Global Talent Trends 2020 wurden zwischen August und September 2019 mehr als 7.000 Talent-Professionals in 35 Ländern befragt. Auf Basis von LinkedIn-Daten und Einschätzungen interviewter Fachleute entstanden daraus Empfehlungen, wie Unternehmen auf diese Trends reagieren sollten.
Diese Trends ergänzen die in früheren Berichten des Netzwerks genannten Entwicklungen, ersetzen sie aber nicht. Dazu zählt etwa, dass Unternehmen verstärkt auf künstliche Intelligenz, Diversität sowie Soft Skills und flexibles Arbeiten setzen, schrieb Mark Lobosco von LinkedIn in einem Blogbeitrag.

Trend Nr. 1: Employee Experience (EX)
Employee Experience (nicht zu verwechseln mit Mitarbeiterengagement) wird definiert als „alles, was Mitarbeitende als Teil ihres Unternehmens wahrnehmen, fühlen und womit sie interagieren“.
Eine bessere Employee Experience kann das Engagement der Mitarbeitenden steigern und Unternehmen helfen, die besten Talente zu gewinnen und zu halten.
Laut Bericht gaben 96 Prozent der befragten Talent-Professionals an, dass die Employee Experience an Bedeutung gewinnt. Viele Unternehmen haben hier aber offensichtlich noch einen weiten Weg vor sich: Nur 52 % der Befragten sagten, ihr Unternehmen biete eine positive Employee Experience.
Die fünf wichtigsten Handlungsfelder sind Vergütung und Zusatzleistungen, schlankere Verwaltungsprozesse, offene und wirksame Führung, intuitive Tools und Technologien sowie kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden.

Trend Nr. 2: People Analytics
„People Analytics nutzt Daten, um HR- und Recruiting-Prozesse zu messen und zu verbessern. Dazu gehören etwa die Erfolgsmessung bei Einstellungen, das Erkennen von Kündigungsrisiken und die strategische Personalplanung“, so LinkedIn.
Die Studie zeigt: 73 % der befragten Fachleute aus dem Talentmanagement sehen People Analytics in den nächsten fünf Jahren als wichtige Priorität für ihr Unternehmen. Trotzdem geben 55 % der Unternehmen an, schon bei den Grundlagen von People Analytics noch Unterstützung zu brauchen.
Die fünf beliebtesten People-Analytics-Praktiken bis 2025 sind demnach:
- Leistung der Mitarbeitenden messen.
- Strategische Personalplanung.
- Kompetenzlücken erkennen.
- Recruiting-Kanäle bewerten.
- Angebot und Nachfrage an Talenten einschätzen.
Erwähnenswert ist, dass Fachleute sich für einen breiteren Einsatz von People Analytics im Unternehmen starkmachen: Es müsse über den HR-Bereich hinausgehen. Neben einem besseren Verständnis der eigenen Belegschaft könnten Unternehmen aus den Daten laut Expertinnen und Experten auch Erkenntnisse zu Faktoren gewinnen, die sich auf den Geschäftserfolg auswirken, etwa die Produktivität von Teams, Betrugsrisiken oder sogar die Verbesserung von Produktqualität und Kundenzufriedenheit. Dabei muss selbstverständlich stets der Datenschutz gewahrt bleiben.
Trend Nr. 3: Interne Rekrutierung
Besetzen Unternehmen offene Stellen aus der bestehenden Belegschaft, zum Beispiel mit Mitarbeitenden aus einem anderen Team, einer anderen Abteilung oder einem anderen Standort, spricht man von interner Rekrutierung.
Interne Rekrutierung bringt mehrere Vorteile mit sich. Erstens beschleunigt sie den Einstellungsprozess. Zweitens ist die neue Besetzung schneller einsatzbereit als eine externe Neueinstellung. Drittens stärkt sie die Mitarbeiterbindung und fördert die Loyalität.
Laut HR-Fachleuten gewinnt dieser Trend an Fahrt, vor allem weil es für Unternehmen immer schwieriger wird, kompetente Bewerberinnen und Bewerber mit den passenden Fähigkeiten zu finden.
Laut dem LinkedIn-Bericht sagen 73 % der befragten Hiring Manager, dass interne Rekrutierung für ihr Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Interne Daten des Karrierenetzwerks zeigen, dass 41 % der Mitarbeitenden in Unternehmen mit hoher interner Besetzungsquote im Schnitt 41 % länger bleiben als in Unternehmen mit niedriger Quote. Zugleich hat die interne Rekrutierung seit 2015 um 10 % zugenommen.
Als die drei größten Herausforderungen bei der internen Rekrutierung nennt der Bericht:
- Führungskräfte wollen gute Talente nicht abgeben
- Es gibt nicht genügend qualifizierte interne Kandidatinnen und Kandidaten
- Die Belegschaft lässt sich schwerer diversifizieren.
Trend Nr. 4: Generationenübergreifende Belegschaft
Gemeint ist eine Belegschaft, in der Menschen verschiedener Generationen, also Babyboomer, Generation X, Millennials und Generation Z, zusammenarbeiten und jeweils ihre eigenen Stärken einbringen.
Laut Bericht sind 89 % der Talent-Professionals der Meinung, dass eine generationenübergreifende Belegschaft ein Unternehmen erfolgreicher macht.
Jede dieser Generationen legt am Arbeitsplatz Wert auf andere Dinge:
Babyboomer (55 bis 73 Jahre): Eine sinnstiftende Mission.
Generation X (38 bis 55 Jahre): Inspirierende Kolleginnen und Kollegen sowie Unternehmenskultur.
Millennials (23 bis 38 Jahre): Inspirierende Kolleginnen und Kollegen sowie Unternehmenskultur.
Generation Z (unter 23 Jahre): Weiterbildung.

Unterschiede in Alter und Sichtweise führen mitunter zu Konflikten, meist in Bezug auf Führungsstil, Erwartungen an die Work-Life-Balance und Kommunikationsstil.
Bemerkenswert ist: Millennials bleiben laut der Studie 34 % kürzer in einem Unternehmen als der Durchschnitt. Bei der Generation X liegt die Verweildauer dagegen 22 % über dem Durchschnitt und damit sogar höher als bei den Babyboomern (18 % über dem Durchschnitt).
Möchten Sie sehen, was Ihre Teams können?
MuchSkills bündelt die Kompetenzen, die über Lebensläufe, Tabellen und Köpfe verstreut sind, in einer lebendigen Übersicht. So beruhen Entscheidungen zu Besetzung, Planung und Entwicklung auf Fakten statt auf Vermutungen.


