Coronavirus: Der komplette Leitfaden für effizientes Arbeiten im Homeoffice

Coronavirus: Der komplette Leitfaden für effizientes Arbeiten im Homeoffice

Als China im Dezember 2019 der Weltgesundheitsorganisation erstmals meldete, dass in der Stadt Wuhan eine Reihe ungewöhnlicher Lungenentzündungen behandelt werde, hätte niemand gedacht, dass die Welt mehr als zwei Jahre später noch immer gegen das Virus hinter diesen Erkrankungen kämpfen würde.

Seit diesen Anfängen hat das Virus, dessen Erkrankung den Namen Covid-19 erhielt und dessen Ausbruch zur Pandemie erklärt wurde, weltweit mehr als 5,4 Millionen Menschen das Leben gekostet.

In den vergangenen zwei Jahren haben Regierungen auf der ganzen Welt eine Reihe beispielloser Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung einzudämmen: von Reiseverboten über Grenzschließungen und Pflichtquarantäne für Einreisende aus dem Ausland bis hin zu vollständigen Lockdowns. Zahlreiche Unternehmen weltweit, darunter Google und Twitter, schickten ihre Beschäftigten im Rahmen dieser globalen Anstrengung ins Homeoffice.

Als die Pandemie 2021 abzuflauen schien, holten Arbeitgeber ihre Leute vorsichtig in die Büros zurück. Doch die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante Ende 2021 und Anfang 2022 hat solche Pläne für die nähere Zukunft offenbar gründlich über den Haufen geworfen.

Auch wenn viele von uns inzwischen mit dem Homeoffice vertraut sind, lohnt es sich, noch einmal genauer hinzuschauen, wie sich das Arbeiten von zu Hause verbessern lässt. Schließlich ist klar: Uns steht noch ein sehr langer Weg bevor.

1. Richten Sie sich einen festen Arbeitsbereich ein:

‍Darauf zu verzichten, ist ein häufiger Fehler. Die Versuchung, den ganzen Tag vom Sofa aus zu arbeiten, ist groß. Wer ihr nachgibt, bekommt die Quittung aber schnell von Rücken, Handgelenken und Nacken. Deshalb sollten Sie sich einen richtigen Arbeitsplatz einrichten. Wenn Sie keinen Schreibtisch oder Esstisch zur Verfügung haben, ist Kreativität gefragt. Ein Freund in Australien zum Beispiel hat sich aus zwei Barhockern und einem Regalbrett aus seinem Kleiderschrank einen provisorischen Schreibtisch gebaut.

Und hier hat noch jemand bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes Einfallsreichtum bewiesen.

Wie wär's mit einem Thread zu Homeoffice-Arbeitsplätzen, ganz ungeschönt?

Mein Partner und ich arbeiten beide von unserer Einzimmerwohnung aus. Mein Arbeitsplatz: ein Stuhl vor der Wohnungstür, und als Schreibtisch muss unser Wäschekorb herhalten. pic.twitter.com/5rVaqgkjjw

Jules Forrest (@julesforrest) am 13. März 2020

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Die richtige Sitzgelegenheit ist wichtig. Sorgen Sie für einen bequemen Stuhl. Ihr schicker Loungesessel mag Ihrem Wohnzimmer Magazin-Flair verleihen, bietet Rücken und Armen aber vermutlich nicht genug Halt, um acht Stunden am Tag darin zu arbeiten.

Die freiberufliche Lektorin Anne Chan hat das am eigenen Leib erfahren. Nach mehr als zehn Jahren im Büro begann sie 2016, von zu Hause aus zu arbeiten. Einige Tage saß sie mit dem Laptop auf dem Sofa, bis ihr klar wurde, dass sie wegen der Belastung für Rücken und Handgelenke einen richtigen Arbeitsplatz brauchte. Daraufhin funktionierte sie eine Ecke eines Zimmers zum Büro um und stattete sie mit einem Tisch und einem höhenverstellbaren Bürostuhl aus.

„Es ging mir dabei nicht nur um Bequemlichkeit“, sagt Chan. „Ich merkte, dass ich einen eigenen Bereich zum Arbeiten brauchte, weil sich meine ganze Wohnung schon wie ein Büro anfühlte. Wenn ich jetzt in meinem Arbeitszimmer bin, bin ich ‚im Büro‘ und arbeite konzentriert. Sobald ich es verlasse, bin ich ‚zu Hause‘ und kann abschalten.“

Aus diesem Grund sollte Ihr Arbeitsbereich idealerweise nicht im Schlafzimmer liegen.

Wer sich an das virale Video erinnert, in dem ein kleines Mädchen ins Arbeitszimmer ihres Vaters marschiert, während er der BBC gerade ein Interview gibt, sollte vielleicht lieber die Tür abschließen, falls bei Calls mit Kollegen oder Kunden ähnliche Störungen drohen.

Bei alledem ist uns natürlich bewusst, dass manche von uns zu Hause schlicht nicht den Platz haben, um Privat- und Arbeitsbereich zu trennen. Machen Sie sich deswegen keine Vorwürfe. Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten. Es reicht schon, dass Sie von zu Hause aus arbeiten.

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2. Duschen Sie und ziehen Sie frische Kleidung an:

Einer der größten Vorteile des Homeoffice ist, dass Sie sich nicht schick machen müssen (es sei denn, Sie nehmen an Videokonferenzen teil). Viele schließen daraus, dass sie im Schlafanzug arbeiten können.

Im Netz gehen die Meinungen dazu auseinander. Die einen sagen, man solle sich am besten so anziehen, als würde man tatsächlich ins Büro gehen (Buzzfeed empfiehlt sogar, im Homeoffice Schuhe zu tragen; da sind wir anderer Meinung, denn wer trägt zu Hause schon Schuhe?), während anderen eine Dusche und frische Kleidung völlig ausreichen.

Der Strategieberater John Williams setzt auf eine Büroroutine: Er duscht jeden Tag vor Arbeitsbeginn und zieht saubere Kleidung an, egal ob Jogginghose oder legere Bürokleidung. „Das Duschen bringt mich in den Arbeitsmodus“, sagt er. „Was ich danach trage, ob Jogginghose oder etwas Formelles, ist mir eigentlich egal. Das hängt davon ab, ob ich später noch in einem Café arbeiten oder einen Kunden treffen will. Aber im Moment gehe ich natürlich möglichst nicht vor die Tür.“‍

3. Machen Sie regelmäßig Pausen:

Im Büro arbeitet auch niemand ununterbrochen, und zu Hause müssen Sie das ebenso wenig. Machen Sie regelmäßig Pausen. Gehen Sie auf den Balkon oder in den Garten, um frische Luft zu schnappen. Wenn Sie weder das eine noch das andere haben, schauen Sie aus dem Fenster. Studien zeigen, dass regelmäßige Pausen Produktivität und Kreativität steigern. Außerdem können Sie sich so deutlich besser konzentrieren.

Was auch immer Sie tun: Essen Sie nicht vor dem Computer zu Mittag, und schon gar nicht, während Sie auf dem Handy durch all die deprimierenden Coronanachrichten aus aller Welt scrollen. Vielleicht ist jetzt sogar der beste Zeitpunkt, um achtsames Essen zu lernen: Sie achten dabei ganz bewusst auf das, was Sie essen, statt es mechanisch hinunterzuschlingen. Eine achtsame Mittagspause hilft Ihnen, nach der Pause konzentrierter weiterzuarbeiten.

4. Lassen Sie die Arbeit nicht ausufern:

Eine feste Routine ist wichtig. Wenn Sie im Büro von 9 bis 17 Uhr arbeiten, behalten Sie das auch im Homeoffice bei. Es kann vorkommen, dass es mal länger dauert, aber sorgen Sie dafür, dass das die Ausnahme bleibt und nicht zur Regel wird.

Chan erzählt, sie sei oft versucht gewesen, nach Feierabend noch lange weiterzuarbeiten. Heute vermeidet sie das, seit sie gemerkt hat, wie sehr es ihrem Wohlbefinden schadete.  „Ich bin jemand, der gern alles Liegengebliebene erledigt, egal wann die Deadline ist. Aber ich merkte bald, dass ich oft bis spät in die Nacht arbeitete, um Dinge fertigzubekommen“, sagt sie. „Dadurch fehlte mir die Zeit zum Kochen, Entspannen oder für Sport. Ich habe mir Essen bestellt und mich kaum bewegt, und das tat meinem allgemeinen Wohlbefinden nicht gut.“

Da viele Menschen sich derzeit selbst isolieren und kaum Pläne für den Feierabend haben (und falls doch, sagen Sie sie bitte ab), denken Sie daran: Das heißt nicht, dass Sie bis zum Schlafengehen weiterarbeiten sollen.

Machen Sie zur festgelegten Zeit Feierabend, fahren Sie den Computer herunter und räumen Sie am Ende des Arbeitstages den Schreibtisch auf. Gehen Sie danach, wenn möglich, an die frische Luft (Garten/Balkon), lesen Sie ein Buch, erledigen Sie den Haushalt, gehen Sie mit dem Hund Gassi, schauen Sie fern, kochen Sie, spielen Sie mit Ihren Kindern oder unterhalten Sie sich mit Ihrem Partner. All das hilft enorm dabei, körperlich und seelisch fit zu bleiben, während Sie und die ganze Welt die Coronapandemie durchstehen.

5. Bleiben Sie mit Kollegen, Freunden und Familie in Kontakt:

In normalen Zeiten raten Fachleute Menschen, die allein leben und von zu Hause arbeiten, mit Kollegen in Kontakt zu bleiben, ins Fitnessstudio zu gehen oder sich nach der Arbeit mit Freunden zu treffen, damit sie sich nicht isoliert fühlen. Aber das sind keine normalen Zeiten.

Sofern Sie nicht gerade introvertiert sind, ist die Aussicht, Kollegen und Freunde wegen Corona auf unbestimmte Zeit nicht zu sehen, für Sie vermutlich ein Graus. Vielleicht machen Sie sich auch Sorgen, wie es Freunden, Eltern und Großeltern geht, und möchten nach ihnen sehen. Das Beste, was Sie im Moment tun können, ist jedoch, Abstand zu halten und sich per Anruf oder Textnachricht bei ihnen zu melden.

Genau dafür gibt es eine ganze Reihe von Apps. Für Kollegen und Kunden gibt es Slack, Skype, Zoom oder Google Meet, für Familie und Freunde WhatsApp, Signal oder Facetime.

Kontakt zu anderen Menschen zu halten hat mehrere Vorteile. Wer zum Beispiel mit Kollegen in Verbindung bleibt, verliert den Draht zur Arbeit nicht, und das ist gut für Teamzusammenhalt und Produktivität. Der Austausch mit Familie und Freunden hilft Ihnen, ein virtuelles Unterstützungsnetz aufzubauen, und das brauchen wir doch gerade alle, oder? Viele von uns fühlen sich derzeit von den Nachrichten über das Auftauchen von Omikron und anderen Varianten überrollt, andere sind es schlicht leid, seit zwei Jahren im Alarmmodus zu sein.

via Gfycat

Wenn Familie oder Freunde verunsichert sind, sprechen Sie mit ihnen darüber. Raten Sie ihnen, sich Covid-Informationen bei verlässlichen Quellen wie der WHO oder den örtlichen Behörden zu holen und NICHT aus weitergeleiteten WhatsApp-Nachrichten! (Wir können kaum glauben, dass man das immer noch extra betonen muss.)

Es gibt Berichte über Eltern aus der Babyboomer-Generation, die sich dagegen sträuben, zu Hause zu bleiben, sodass ihnen nun in einer Art Rollentausch die eigenen Kinder ins Gewissen reden. Machen Sie Freunden und Familie noch einmal klar, dass wir alle dazu beitragen müssen, Covid-19 zu stoppen und die Krankenhäuser weltweit zu entlasten, indem wir die Kurve abflachen, und das bedeutet: sich selbst isolieren.

Alles in allem gilt: keine Panik. Denken Sie daran, wir sitzen alle im selben Boot.

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