Personalisierte Lernpfade erstellen
Ein umfassender Leitfaden, um das Potenzial Ihrer Belegschaft voll auszuschöpfen
„[Ein] Team ist eine Gruppe von Menschen, die bei Informationen, Ressourcen, Wissen und Fähigkeiten aufeinander angewiesen sind und ihre Kräfte bündeln, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.“
Quelle: Professor Leigh L Thompson
Kellogg School of Management
Was sind personalisierte Lernpfade?
In diesem Playbook erhalten Sie einen umfassenden Fahrplan für die Einführung personalisierter Lernpfade in Ihrem Unternehmen. Personalisierte Lernpfade sind nicht bloß ein Trend, sondern markieren einen grundlegenden Wandel in der modernen Mitarbeiterentwicklung. Sie befähigen Mitarbeitende, die richtigen Kompetenzen zur richtigen Zeit zu erwerben, und sorgen so für Relevanz, Engagement und eine nachhaltige Wissensverankerung. Wenn Sie die Lernerfahrung auf individuelle Bedürfnisse zuschneiden, fördern Sie eine Kultur des kontinuierlichen Wachstums und rüsten Ihre Mitarbeitenden dafür, im heutigen Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu sein und sich auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten.
Was Sie in diesem Playbook erwartet
Dieses Playbook ist Ihr praktischer Leitfaden für personalisierte Lernpfade, die das Engagement der Mitarbeitenden steigern, den Kompetenzerwerb beschleunigen und die Anpassungsfähigkeit in einem dynamischen Arbeitsumfeld sichern. Wir beleuchten die Vorteile dieses Ansatzes, skizzieren die wichtigsten Schritte zur Umsetzung, stellen Erfolgsbeispiele aus der Praxis vor und zeigen Lösungen für typische Herausforderungen auf.
Ob Sie im HR tätig sind, ein Team führen oder Verantwortung in der Unternehmensleitung tragen: Dieses Playbook vermittelt Ihnen das Wissen und die Werkzeuge, um die Personalentwicklungsstrategien Ihres Unternehmens grundlegend neu auszurichten. Es ist an der Zeit, auf Anpassungsfähigkeit und Wachstum zu setzen, und dieses Playbook ist Ihr erster Schritt, um das volle Potenzial personalisierter Lernpfade zu erschließen. Legen wir los.
Vorteile personalisierter Lernpfade
Personalisierte Lernpfade bieten Unternehmen einen strategischen Ansatz für die Kompetenzentwicklung. In diesem Abschnitt beleuchten wir die Vorteile:
- Mehr Engagement der Mitarbeitenden
Personalisierte Lernpfade steigern das Engagement der Mitarbeitenden aus mehreren Gründen. Erstens sind sie relevant, weil die Inhalte auf die jeweilige Rolle zugeschnitten sind. Mitarbeitende können das Gelernte also sofort in ihren aktuellen Aufgaben anwenden. Das erhöht ihre Lernmotivation und ihr Engagement. Laut einer Umfrage gaben 93 % der Beschäftigten an, dass gut geplante Schulungsprogramme ihr Engagement positiv beeinflussen. Zweitens geben personalisierte Pfade den Mitarbeitenden mehr Gestaltungsspielraum, weil sie zwischen verschiedenen Lernangeboten wählen können. So haben sie das Gefühl, ihre Entwicklung selbst in der Hand zu haben, was das Engagement zusätzlich stärkt. Laut einem Bericht von LinkedIn Learning aus dem Jahr 2020 würden 94 % der Beschäftigten länger bei einem Unternehmen bleiben, wenn es in ihre Weiterbildung und Entwicklung investiert. Und schließlich können Lernende ihren Fortschritt in Echtzeit verfolgen, sich Meilensteine setzen und sie erreichen. Das festigt ihre Lernbereitschaft. - Schnellerer Kompetenzerwerb
Personalisierte Lernpfade beschleunigen den Kompetenzerwerb, weil sie individuelle Kompetenzlücken gezielt aufdecken und schließen. Mitarbeitende müssen sich also nicht immer wieder mit Themen oder Fähigkeiten beschäftigen, die sie längst gut beherrschen. Zudem kommt beim personalisierten Lernen jede Person in ihrem eigenen Tempo voran, sodass das Gelernte gründlich und dauerhaft sitzt. - Wissen, das langfristig hängen bleibt
Mit personalisierten Lernpfaden bleibt Wissen deutlich länger haften. Der Grund: Da die Lerninhalte auf die konkreten Anforderungen der jeweiligen Stelle abgestimmt sind, setzen Lernende ihr neu erworbenes Wissen und ihre neuen Fähigkeiten direkt in ihren täglichen Aufgaben und Verantwortungsbereichen ein. - Flexibel bei veränderten Anforderungen
Im heutigen dynamischen Geschäftsumfeld können sich Kompetenzen und Stellenanforderungen schnell wandeln. Personalisierte Lernpfade werden laufend aktualisiert und bleiben so flexibel. Damit hält die Personalentwicklung mit den sich ändernden Anforderungen Schritt, und Ihre Belegschaft bleibt stets am Ball. - Selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lernende
Mit personalisierten Lernpfaden können Mitarbeitende ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Das fördert Eigenverantwortung und zielorientiertes Lernen. Wer bei seinem Lernweg mitreden kann, fühlt sich für die eigene Weiterentwicklung verantwortlich. Zugleich wirkt das Setzen und Erreichen von Lernzielen motivierend und spornt Mitarbeitende an, über sich hinauszuwachsen und Spitzenleistungen anzustreben. - Kosteneffizientes Lernen
Personalisierte Lernpfade sind ein kosteneffizienter Weg, Mitarbeitende weiterzuentwickeln. Standardschulungen nach dem Gießkannenprinzip verursachen oft unnötige Kosten, weil sie sich an ein breites Publikum richten, auch an Mitarbeitende, die bestimmte Fähigkeiten bereits mitbringen. Personalisierte Lernpfade setzen Schulungsressourcen dagegen optimal ein: Sie zielen genau auf Kompetenzlücken und den individuellen Entwicklungsbedarf ab, unterstützt durch Kompetenzbewertungen, die Unternehmen zeigen, wo Mitarbeitende Verbesserungsbedarf haben. Außerdem kommen Mitarbeitende mit personalisierten Lernpfaden in ihrem eigenen Tempo voran. Das verkürzt die Schulungszeit und hält Produktivitätsverluste gering. Bei der Einführung können zwar zunächst Kosten anfallen, doch die langfristigen Vorteile wie bessere Arbeitsleistung und weniger Fehler sorgen mit der Zeit für erhebliche Einsparungen.
Kompetenzen und Bedarfe ermitteln, um Lernpfade zu planen
Die Grundlage für personalisiertes Lernen bilden umfassende Kompetenzbewertungen, die mehrere wichtige Zwecke erfüllen: Sie decken Kompetenzlücken auf, zeigen Verbesserungsbereiche und helfen dem Unternehmen, konkrete Lernziele festzulegen. Sie schaffen eine Ausgangsbasis, um Fortschritte zu verfolgen und die Wirksamkeit von Lernmaßnahmen zu messen, und erleichtern so die Begleitung der Entwicklung. Die Daten aus diesen Bewertungen ermöglichen es Unternehmen zudem, Lernziele individuell anzupassen und Kompetenzlücken gezielt zu schließen. So entsteht ein relevanter und hochwirksamer Lernweg, der auf die besonderen Bedürfnisse jeder einzelnen Person zugeschnitten ist.
Mit diesen sechs Schritten ermitteln Sie Kompetenzen und Bedarfe, um personalisierte Lernpfade zu planen.
Schritt 1: Lernziele und -vorgaben des Unternehmens festlegen
Legen Sie zunächst die aktuellen Lernziele und -vorgaben des Unternehmens fest. Ermitteln Sie, welche Kompetenzen für den Erfolg in bestimmten Rollen oder Projekten entscheidend sind, und definieren Sie strategische Prioritäten für die Kompetenzentwicklung. Falls vorhanden, ziehen Sie ein umfassendes Kompetenzinventar heran, das die erforderlichen Kompetenzen für verschiedene Stellen beschreibt. (Hinweis: Ein Kompetenzinventar ist eine Zusammenstellung der Fähigkeiten, Ausbildung und Erfahrungen der aktuellen Mitarbeitenden. Wir empfehlen dringend, eines aufzubauen).
Wählen Sie Bewertungsmethoden, die zu den zu bewertenden Kompetenzen passen, etwa Selbsteinschätzungen, Peer-Reviews, Einschätzungen durch Führungskräfte, Tests oder Quiz.
Schritt 2: Aktuellen und künftigen Kompetenzbedarf ermitteln
Um zu ermitteln, welche Kompetenzen Sie heute und künftig benötigen, gehen Sie in diesen Schritten vor:
- Analysieren Sie die unmittelbaren Ziele Ihres Unternehmens und konzentrieren Sie sich auf die Rollen und Projekte, die für deren Erreichung entscheidend sind.
- Sprechen Sie mit relevanten Stakeholdern wie Abteilungsleitungen und Projektleitungen, um zu verstehen, welche Kompetenzen für laufende Aufgaben unverzichtbar sind.
- Blicken Sie auf die Ziele des Unternehmens für die nächsten fünf Jahre und berücksichtigen Sie mögliche Veränderungen der Geschäftsstrategie oder der Branchenmodelle. Listen Sie die Kompetenzen auf, die zum Erreichen dieser neuen Ziele nötig sind.
- Behalten Sie Markttrends und Branchenentwicklungen im Blick und antizipieren Sie mögliche technologische oder branchenweite Umbrüche, die neue Kompetenzen erfordern könnten.
Schritt 3: Eine Hierarchie der Kompetenzlücken erstellen
Wenn Sie aufgelistet haben, welche Kompetenzen in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden sind und welche heute und künftig benötigt werden, erkennen Sie die Kompetenzlücke: eine entscheidende Erkenntnis für fundierte Entscheidungen. Haben Sie bei der Kompetenzerfassung auch Kompetenzstufen genutzt (eine Funktion, die in MuchSkills verfügbar ist), stehen Ihnen sogar noch umfassendere Daten für Ihre künftige Strategie zur Verfügung. Bei einer langen Liste von Kompetenzen, die aufgebaut oder weiterentwickelt werden müssen, ist der nächste entscheidende Schritt die Priorisierung. So setzen Sie Zeit, Ressourcen und Aufwand gezielt dort ein, wo sie am meisten bewirken.
Schritt 4: Kompetenzentwicklung priorisieren
Ihre Lernziele sollten zur Mission des Unternehmens und zu den übergeordneten Geschäftszielen passen. Um Kompetenzlücken zu priorisieren, berücksichtigen Sie ihre Bedeutung und die Auswirkungen, die ihr Fehlen auf Ihr Geschäft hat. Nicht jede Lücke muss sofort geschlossen werden. Ein Beispiel: Mitarbeiter A, ein Projektmanager, beherrscht eine entscheidende Projektmanagement-Software nicht, was sich direkt auf die Projektzeitpläne auswirkt. Hier ist sofortiges Handeln gefragt. Die Kompetenzlücke von Mitarbeiter B im Bereich einer neuen Technologie wirkt sich dagegen womöglich nicht unmittelbar auf seine Arbeitsleistung aus. In diesem Fall hat die Kompetenzlücke von Mitarbeiter A Vorrang, da sie Projekte und Geschäftsergebnisse direkt beeinflusst. Die Kompetenzlücke von Mitarbeiter B lässt sich nach und nach schließen, ohne dieselbe Dringlichkeit.
Schritt 5: Lernpfade individuell zuschneiden
Passen Sie Lernpfade auf Grundlage der Kompetenzlücken und des Entwicklungsbedarfs individuell an die einzelnen Mitarbeitenden an. Achten Sie darauf, dass Schulungsinhalte und Vermittlungsformen, ob Workshops, Onlinekurse oder andere Formate, den besonderen Anforderungen jeder lernenden Person entsprechen.
Schritt 6: Fortschritte kontinuierlich überprüfen
Regelmäßige Überprüfungen sind entscheidend, damit Lernpfade weiterhin zu den sich wandelnden Bedürfnissen der Mitarbeitenden und zu den Unternehmenszielen passen. Führen Sie ein System für laufende Kompetenzbewertungen und Fortschrittskontrollen ein und überprüfen und aktualisieren Sie Lernpfade regelmäßig, während die Mitarbeitenden ihre Kompetenzen ausbauen.
MuchSkills hat ein Playbook erstellt, das Unternehmen durch eine Skill-Gap-Analyse führt. Den vollständigen Leitfaden finden Sie hier: Skill-Gap-Analyse: Ein umfassender Leitfaden
Im nächsten Abschnitt stellen wir Strategien und Methoden vor, mit denen Sie personalisierte Lernwege gestalten, die diese Kompetenzlücken wirksam schließen.
Personalisierte Lernwege gestalten
In diesem Abschnitt gehen wir auf die strategischen Elemente bei der Gestaltung personalisierter Lernwege ein. Wir betrachten zentrale Aspekte wie die individuelle Anpassung des Curriculums, Microlearning-Strategien, Peer-to-Peer-Learning und die Nutzung interner Kommunikationsplattformen. Diese Bausteine bilden die Grundlage für maßgeschneiderte Lernpfade, die die Kompetenzentwicklung in Ihrem Unternehmen spürbar voranbringen.
1. Individuelle Anpassung des Curriculums
Der erste Baustein ist die individuelle Anpassung des Curriculums. Dazu gehört, Module, Lektionen oder Kurse auszuwählen, die die ermittelten Kompetenzlücken direkt adressieren. Wählen Sie beispielsweise Inhalte von Onlinekurs-Plattformen wie Coursera, Learnit, edX oder LinkedIn Learning, die zum Entwicklungsbedarf Ihrer Mitarbeitenden passen. Diese Plattformen kommen den 68 % der Beschäftigten entgegen, die am liebsten bei der Arbeit lernen, und den 58 %, die in ihrem eigenen Tempo lernen möchten.
2. Microlearning-Strategien:
Microlearning ist eine Strategie, bei der Lerninhalte in kleine, themenspezifische Module aufgeteilt werden. Das ermöglicht einen flexiblen und personalisierten Ansatz. Unternehmen können ihre internen Schulungsunterlagen in solche Microlearning-Module umwandeln. So könnte ein Unternehmen etwa Microlearning-Module zu einzelnen Verkaufstechniken, Compliance-Richtlinien oder Software-Tutorials entwickeln.
3. Kollegiales Lernen und Mentoring:
Darüber hinaus können Unternehmen Peer-to-Peer-Learning und Mentoring fördern und so den Austausch von Wissen und Expertise erleichtern. Diese informelle Lernmethode lässt sich individuell gestalten, indem man Personen mit sich ergänzenden Kompetenzen zusammenbringt oder Mentoring-Programme aufbaut. In internen Mentoring-Initiativen unterstützen erfahrene Mitarbeitende (Mentorinnen und Mentoren) weniger erfahrene Kolleginnen und Kollegen (Mentees). Diese Tandems lassen sich gezielt auf bestimmte Kompetenzanforderungen oder Karriereziele zuschneiden.
4. Interne Kommunikationsplattformen
Interne Kommunikationsplattformen wie Slack oder Microsoft Teams sind wertvolle Kanäle, über die Mitarbeitende ihre Erkenntnisse und ihr Fachwissen zu bestimmten Themen oder Kompetenzen teilen können. Fördern Sie über diese Kanäle eine Kultur des Lernens und Wissensaustauschs und unterstützen Sie die Kompetenzentwicklung im kollegialen Austausch.
Die Grundlage für personalisiertes Lernen bilden umfassende Kompetenzbewertungen, die mehrere wichtige Zwecke erfüllen: Sie decken Kompetenzlücken auf, zeigen Verbesserungsbereiche und helfen dem Unternehmen, konkrete Lernziele festzulegen. Sie schaffen eine Ausgangsbasis, um Fortschritte zu verfolgen und die Wirksamkeit von Lernmaßnahmen zu messen, und erleichtern so die Begleitung der Entwicklung. Die Daten aus diesen Bewertungen ermöglichen es Unternehmen zudem, Lernziele individuell anzupassen und Kompetenzlücken gezielt zu schließen. So entsteht ein relevanter und hochwirksamer Lernweg, der auf die besonderen Bedürfnisse jeder einzelnen Person zugeschnitten ist.
MuchSkills hat eine Ressource für Mitarbeitende entwickelt, die sich persönliche Wachstums- und Entwicklungsziele setzen möchten: So setzen Sie sich persönliche Wachstums- und Entwicklungsziele
Praktische Schritte, um Mitarbeitende aktiv einzubinden
Es ist entscheidend, Mitarbeitende aktiv in personalisierte Lernpfade einzubinden. Die folgenden Schritte stärken Ihre Mitarbeitenden und fördern eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und Wachstums in Ihrem Unternehmen. Hier sind praktische Schritte, die eine aktive Beteiligung unterstützen:
- Stellen Sie Tools zur Selbsteinschätzung bereit, mit denen Mitarbeitende ihre Kompetenzen bewerten und personalisierte Lückenberichte erstellen können.
- Führen Sie Workshops zur wirksamen Zielsetzung durch, mit Schwerpunkt auf SMART-Zielen (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert).
- Veranstalten Sie gemeinsame Planungssitzungen, in denen Mitarbeitende ihre Lernpfade mitgestalten.
- Ermöglichen Sie offene Feedbackrunden, in denen Mitarbeitende ihre Gedanken zu Kompetenzen und Entwicklungsbedarf teilen können.
Fortschritte überprüfen
Ein kontinuierlicher Prozess aus Feedback und Anpassung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für personalisierte Lernpfade, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Er stellt sicher, dass Lerninhalte stets relevant für die sich ständig wandelnden Bedürfnisse von Mitarbeitenden und Unternehmen bleiben, und steigert so ihre Wirksamkeit. Indem Schwachstellen und Herausforderungen zeitnah angegangen werden, erhöht dieser Ansatz das Engagement und die Motivation der Lernenden deutlich und schafft ein dynamischeres und interaktiveres Lernumfeld. Zudem erzielen personalisierte Lernpfade, die sich am individuellen Fortschritt orientieren, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen höheren Return on Investment. Im Folgenden zeigen wir, wie Unternehmen den Fortschritt ihrer Mitarbeitenden proaktiv verfolgen und Lernpfade anpassen können, damit diese dauerhaft wirksam bleiben.
1. Kompetenzbewertungen durchführen
Führen Sie regelmäßig Kompetenzbewertungen durch, um die Wirkung des Lernwegs zu messen. So stellen Sie sicher, dass die Lerninhalte stets relevant für die sich wandelnden Bedürfnisse von Mitarbeitenden und Unternehmen bleiben.
2. Feedback geben
Richten Sie Feedbackmechanismen ein, über die Lernende Rückmeldung zur Wirksamkeit der Lerninhalte und zu ihrer gesamten Lernerfahrung geben können. Qualitatives Feedback lässt sich über Umfragen oder Interviews einholen und liefert wertvolle Hinweise für Verbesserungen.
3. Learning Analytics nutzen
Nutzen Sie Learning-Analytics-Tools, um Daten zu verschiedenen Kennzahlen zu erheben, darunter das Engagement der Mitarbeitenden, Abschlussquoten und Testergebnisse. Diese Daten liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie Mitarbeitende auf ihren individuellen Lernpfaden vorankommen.
4. Inhalte aktuell halten
Sorgen Sie dafür, dass Lerninhalte aktuell bleiben und den neuesten Branchentrends und Best Practices entsprechen. Aktualisieren und verbessern Sie die Inhalte laufend, damit sie relevant bleiben.
5. Individuelle Anpassungen vornehmen
Personalisieren Sie Lernpfade auf Basis individueller Präferenzen und Rückmeldungen noch weiter. Berücksichtigen Sie, dass manche Lernende von zusätzlichen Ressourcen oder alternativen Lernformaten profitieren, um ihre Lernerfahrung zu optimieren.
Werden personalisierte Lernpfade wirksam überwacht und angepasst, steigert das nicht nur Engagement und Motivation der Lernenden, sondern sorgt auch für einen höheren Return on Investment.
Typische Herausforderungen und wie Sie sie meistern
So groß die Vorteile personalisierter Lernpfade auch sind: Bei der Einführung können Unternehmen auf Herausforderungen stoßen. In diesem Abschnitt gehen wir auf mögliche Hürden ein und stellen Lösungen und Best Practices vor, mit denen Sie sie überwinden.
1. Ressourceneinsatz
Herausforderung: Die Konzeption und Bereitstellung personalisierter Lerninhalte kann ressourcenintensiv sein und erfordert Zeit, Budget und Personal.
Lösung: Priorisieren Sie die Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich am stärksten auf die Unternehmensziele auswirken. Nutzen Sie Technologieinvestitionen wie E-Learning-Plattformen und KI-gestützte Tools, um die Anpassung von Inhalten zu automatisieren, den Arbeitsaufwand zu verringern und die Skalierbarkeit zu verbessern.
2. Widerstand gegen Veränderungen
Herausforderung: Mitarbeitende und Führungskräfte, die an klassische Schulungsansätze gewöhnt sind, können sich gegen den Umstieg auf personalisiertes Lernen sträuben.
Lösung: Setzen Sie eine solide Change-Management-Strategie um, die umfassende Kommunikation, Schulungen und Unterstützung beinhaltet. Zeigen Sie den greifbaren Nutzen personalisierten Lernens auf, um Akzeptanz zu gewinnen und den Übergang zu erleichtern.
3. Technologieintegration
Herausforderung: Die Integration von Technologie für personalisiertes Lernen in bestehende Systeme und Plattformen kann komplex und ressourcenaufwendig sein.
Lösung: Wählen Sie skalierbare Technologielösungen, die sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen. Stellen Sie während der gesamten Einführungsphase IT-Support sicher. Führen Sie umfassende Tests und Pilotprogramme durch, um Integrationsprobleme zu erkennen und zu beheben.
4. ROI messen
Herausforderung: Den Return on Investment (ROI) personalisierter Lernpfade zu messen, kann schwierig sein, wenn sich keine unmittelbare Wirkung auf die Leistung zeigt.
Lösung: Definieren Sie klare Kennzahlen in Form von Key Performance Indicators (KPIs), die auf die Lernziele abgestimmt sind. Nehmen Sie eine langfristige Perspektive ein: Der ROI wird möglicherweise erst mit der Zeit sichtbar, wenn Mitarbeitende ihre neu erworbenen Kompetenzen in ihrer Rolle anwenden.
Vorgestellt: die Personalentwicklungsfunktion von MuchSkills
Zusammenfassend lässt sich sagen: Personalisiertes Lernen ist ein grundlegender Wandel in der Mitarbeiterentwicklung. Es bietet maßgeschneiderte Antworten auf die Herausforderungen unserer sich rasant verändernden Arbeitswelt. Es steigert Engagement, Kompetenzentwicklung und Wissensverankerung. Trotz aller Herausforderungen ist der Nutzen erheblich. Personalisiertes Lernen fördert eine Kultur des kontinuierlichen Wachstums und bereitet Mitarbeitende auf die Zukunft vor. Setzen Sie darauf, um Chancen und Unsicherheiten souverän zu begegnen. Der Weg geht weiter, und die Möglichkeiten sind zahlreich.
An dieser Stelle möchten wir Sie an eine spannende Funktion in MuchSkills erinnern. Mit ihr können Nutzer (etwa Unternehmen) innerhalb der Kompetenzmanagement-Plattform MuchSkills ein einheitliches, dezentrales Verzeichnis für alle ihre Lernmaterialien anlegen. In diesem Verzeichnis lassen sich mühelos Links zu den unterschiedlichsten Ressourcen hinzufügen, darunter Onlinekurse, Schulungen, Artikel, Blogbeiträge und sogar im Intranet gespeicherte PDFs. So finden Mitarbeitende leichter die Materialien, die sie brauchen, um ihre Kompetenzen auszubauen und sich beruflich weiterzuentwickeln.
Mit dieser neuen Funktion umfasst der personalisierte Lernweg bei MuchSkills nicht nur maßgeschneiderte Inhalte, sondern auch den nahtlosen Zugang zu den richtigen Ressourcen, genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Die IBM-Fallstudie
Ein konkretes Beispiel für die Vorteile personalisierter Lernpfade liefert IBM. Laut einem Working Paper des MIT aus dem Jahr 2020 hat der multinationale Technologie- und Beratungskonzern personalisierte Lernpfade intern erfolgreich eingeführt und damit die positive Wirkung des Konzepts auf die Kompetenzen, die Arbeitszufriedenheit und die Gesamtleistung der Mitarbeitenden belegt. Wie ist dem Unternehmen das gelungen?
Es passte Lerninhalte über seine personalisierte Lernplattform „Your Learning“ an die Rollen, Kompetenzen und Karriereziele der einzelnen Mitarbeitenden an. Der Ansatz wurde im Unternehmen gut angenommen: Beeindruckende 99 % der IBM-Mitarbeitenden besuchten die Plattform 2019 und verbrachten in jenem Jahr durchschnittlich 77 Stunden mit Lernaktivitäten. Daten aus verschiedenen HR-Bereichen bei IBM lieferten starke Belege für die positive Wirkung personalisierten Lernens auf Arbeitsleistung und Karriereentwicklung. Insbesondere stellte das Paper einen Zusammenhang zwischen der Lernzeit der Mitarbeitenden, dem Erwerb interner „Badges“, dem Erreichen von Vertriebszielen und dem beruflichen Aufstieg fest. Die IBM-Fallstudie unterstreicht das Potenzial personalisierter Lernpfade und zeigt, wie kontinuierliche Fortschrittskontrolle und adaptive Lernansätze Unternehmen und ihre Belegschaft zu Spitzenleistungen befähigen können.
Das Playbook in die Praxis umsetzen
MuchSkills liefert Ihnen die aktuellen Kompetenzdaten, auf denen diese Playbooks aufbauen: wer was kann, wo es Lücken gibt und wer sich weiterentwickeln möchte.

