Bench-Management in der Beratung: So zahlen Sie nicht länger für Leerlauf

Bench-Management in der Beratung: So zahlen Sie nicht länger für Leerlauf

Bench-Zeit gibt es in jeder Beratung. Entscheidend ist, ob Sie sie steuern oder einfach schlucken. Bei 1 % nicht abrechenbarer Zeit, 100 Consultants und einem Stundensatz von 120 € gehen Ihnen pro Jahr 153.000 € Umsatz verloren. Bei 3 % sind es schon fast eine halbe Million. Kaum eine Firma misst das so genau, und genau deshalb bleibt es unsichtbar, bis es im Margenbericht auftaucht.

In diesem Beitrag geht es um Bench-Management: was es eigentlich ist, warum die meisten Firmen es schlecht umsetzen und was die Firmen gemeinsam haben, die es gut machen.

Was Bench-Management wirklich bedeutet

Beim Bench-Management geht es darum, zu wissen, wer in Ihrer Firma gerade nicht abrechenbar ist, wie lange und was Sie dagegen tun. Richtig umgesetzt, erwischt Sie keine Besetzungslücke mehr kalt, und Sie tragen unproduktive Kapazitäten nie länger mit als nötig.

Es ist nicht dasselbe wie Auslastungsreporting (das zeigt Ihnen, was bereits passiert ist), auch wenn beides zusammenhängt. Bench-Management blickt nach vorn. Es beantwortet die Fragen: Wer wird in zwei Wochen aus einem Projekt frei? Wer ist schon jetzt verfügbar und noch keinem neuen Auftrag zugeordnet? Und welche Fähigkeiten liegen gerade ungenutzt auf der Bench, obwohl Ihre Pipeline sie dringend braucht?

Die meisten Firmen lösen das irgendwie: mit Tabellen, über Slack oder aus dem Kopf. Die Delivery-Managerin weiß ungefähr, wer gerade auf der Bench sitzt, weil sie montags das Ressourcen-Meeting leitet und letzten Freitag gut aufgepasst hat. Das geht so lange gut, bis es eben nicht mehr geht: bis Sie 150 Consultants in drei Practices haben und der Freitagsabgleich zu einem 45-minütigen Call wird, in den sich niemand einwählen will.

Warum Bench-Zeit länger unentdeckt bleibt, als sie sollte

Es liegt nicht daran, dass Bench-Zeit den Firmen egal wäre. Das Problem ist, dass die Signale zu spät und aus der falschen Richtung kommen.

Die meisten Firmen erfahren auf dieselbe Weise, wer auf der Bench sitzt: Die Consultants sagen es ihnen. Sie erwähnen im Teammeeting, dass ihr Projekt ausläuft, buchen keine Stunden mehr oder melden es direkt ihrer Führungskraft. Bis diese Information bei der Person ankommt, die handeln könnte, also beim Ressourcenmanagement, bei der Delivery-Leitung oder beim Staffing-Team, sind womöglich schon zwei oder drei Wochen unproduktiver Zeit verstrichen, die vermeidbar gewesen wären.

Wo Kompetenzdaten dezentral verstreut sind (Lebensläufe in Postfächern, Fähigkeiten in den Köpfen, Zertifikate in einzelnen LinkedIn-Profilen), wird das Bench-Problem noch größer. Selbst wenn Sie wissen, dass jemand frei ist, wissen Sie nicht schnell genug, ob die Person zu den Anfragen passt, die gerade hereinkommen. Also führen Sie Gespräche, laufen Profilen hinterher, binden Führungskräfte ein, und bis Person und Auftrag zusammengefunden haben, ist wieder eine Woche vorbei.

Die drei Bench-Probleme, die sich zu lösen lohnen

Bench-Zeit ist nicht gleich Bench-Zeit. Es gibt drei klar unterscheidbare Muster, die vermeidbare Kosten verursachen.

Freie Kapazitäten fallen erst auf, wenn sie schon da sind. Sie erfahren, dass jemand verfügbar ist, weil die Person Bescheid gibt, nicht weil Sie selbst nachsehen. Die Lösung besteht nicht darin, die Leute öfter Rückmeldung geben zu lassen. Sie brauchen einen tagesaktuellen Überblick über Projektzuordnungen und Enddaten, damit Sie frühzeitig erkennen, wer bald frei wird.

Kompetenzen und Pipeline passen nicht zusammen. Sie haben freie Leute, wissen aber nicht genau, ob deren Kompetenzen zu den Aufträgen in Ihrer Pipeline passen. Wenn ein erfahrener Java-Entwickler auf der Bench sitzt, während ein neues Projekt genau Java-Know-how braucht, ist das kein Besetzungserfolg. Hier geht ein Match verloren, das keine der beiden Seiten klar genug erkennt, um es herzustellen.

Längere Bench durch unpassende Neubesetzung. Ein Consultant beendet ein Projekt und wird einem Auftrag zugeteilt, der nur halbwegs passt, weil er gerade am nächsten lag. Formal ist er abrechenbar, gemessen an seinen tatsächlichen Fähigkeiten aber unterfordert. Das kostet Marge und drückt auf die Motivation.

Jedes dieser Muster verlangt eine etwas andere Antwort, aber alle beginnen mit derselben Grundlage: zu wissen, was Ihre Leute tatsächlich können und wann sie frei werden. Genau hier wird eine Skill-Gap-Analyse zum Werkzeug für die Ressourcenplanung und ist nicht bloß eine HR-Übung.

Wie wirksames Bench-Management in der Praxis aussieht

Firmen, die ihre Bench gut managen, haben meist ein paar Dinge gemeinsam.

1. Ihr Blick ist der Verfügbarkeit voraus. Statt zu klären, wer diese Woche frei ist, schauen sie, wer in den nächsten vier bis acht Wochen frei wird, und gleichen die Abschlusswahrscheinlichkeiten in der Pipeline mit der kommenden Kapazität ab, bevor die Lücke entsteht. Dafür reicht es nicht zu wissen, wer zugeordnet ist. Man muss auch wissen, wann jede Zuordnung endet und zu wie viel Prozent jemand eingeplant ist.

2. Sie kennen ihren Kompetenzbestand, nicht nur ihre Mitarbeiterzahl. Kommt eine neue Anfrage herein, sollte die Frage „Haben wir jemanden, der das kann?“ in Sekunden beantwortet sein, nicht erst nach Tagen. Dafür braucht es einen durchsuchbaren, aktuellen Überblick über Kompetenzen, Zertifikate und Erfahrungsstufen statt eines Ordners voller Lebensläufe, bei denen unklar ist, ob sie noch abbilden, was jemand heute kann. Wenn ein neues Projektbriefing eintrifft, ermöglicht genau dieser Überblick eine schnelle und treffsichere Projektbesetzung.

3. Sie trennen Bench-Zeit von Entwicklungszeit. Nicht jede nicht zugeordnete Zeit ist verschwendet. Ein Teil davon ist strategisch: interne Projekte, Zertifizierungen, Presales-Unterstützung, Trainings. Firmen mit gutem Bench-Management erfassen diesen Unterschied bewusst. So versuchen sie nicht, Leute in Projekte zu schicken, die eigentlich ihre Kompetenzen ausbauen sollten, und verhindern, dass echter Leerlauf fälschlich als Investitionszeit verbucht wird.

4. Mit Daten führen sie andere Gespräche. Kann das Ressourcenmanagement der Geschäftsführung zeigen, welche Practices das größte Bench-Risiko tragen und wie lange schon, verläuft die Diskussion über Kapazitätsinvestitionen und Neueinstellungen ganz anders. Statt Bauchgefühl zählen dann Fakten.

Die Rolle von Kompetenzdaten im Bench-Management

Bench-Zeit ist im Kern kein Planungsproblem. Es ist ein Problem fehlender Kompetenztransparenz, das sich als Planungsproblem verkleidet.

Dass die Zuordnung so lange dauert, liegt fast immer an einem unvollständigen oder unzuverlässigen Kompetenzbild. Sie wissen, wer frei ist. Sie wissen aber nicht präzise, durchsuchbar und verlässlich, was die Person gut kann, wofür sie zertifiziert ist und woran sie als Nächstes tatsächlich arbeiten möchte. Und wenn Sie das nicht wissen, greifen Sie auf die Leute zurück, die Sie kennen, auf Profile, die Sie schon einmal gesehen haben, und auf Faustregeln, die sich sicher anfühlen, aber regelmäßig an der richtigen Antwort vorbeigehen.

MuchSkills liefert Beratungen genau dieses Bild, live und validiert: Kompetenzen, Zertifikate, Kompetenzniveau, aktuelle Zuordnung und anstehende Verfügbarkeit, in Sekunden für die gesamte Belegschaft durchsuchbar. Kommt ein Projektbriefing herein, gleicht AI Super Search es mit Ihrer gesamten Bench ab, und zwar in der Zeit, die Sie früher für die erste Slack-Nachricht gebraucht haben. Team Builder zeigt Ihnen, wer zum Briefing passt, wer verfügbar ist und wo Lücken bestehen, noch bevor Sie sich festlegen. Und wenn Sie für ein Angebot schnell passgenaue Lebensläufe brauchen, erstellt CV Inventory sie direkt aus denselben Kompetenzdaten.

Wie MuchSkills Beratungen bei der Ressourcenplanung und Kapazitätsplanung unterstützt, von Live-Verfügbarkeit über Auslastungsprognosen bis zur kompetenzbasierten Besetzung, zeigt Ihnen unsere Übersicht.

Die Bench ist nicht nur ein Kostenfaktor. Sie ist ein Signal. Lange Bench-Phasen bedeuten, dass Ihrer Firma Informationen über die Talente fehlen, die sie bereits hat. Die Lösung ist keine bessere Tabelle und kein besser organisiertes Montagsmeeting, sondern ein Live-Bild Ihrer Belegschaft: wer verfügbar ist, was die Leute können und was als Nächstes ansteht.

Wenn Sie sehen möchten, wie das für ein Team Ihrer Größe aussieht, buchen Sie eine 30-minütige Demo.

Häufig gestellte Fragen

Keine Antwort gefunden? Ein echter Mensch antwortet Ihnen, meist noch am selben Werktag.

Alle Fragen in den FAQ
Was ist Bench-Management in der Beratung?

Bench-Management bedeutet, nachzuverfolgen, welche Consultants gerade nicht abrechenbar sind, die Gründe dafür zu verstehen und sie aktiv neuen Aufträgen oder strukturierten Entwicklungsaktivitäten zuzuordnen. Wirksames Bench-Management blickt nach vorn: Es erkennt Verfügbarkeit, bevor daraus Leerlauf wird, und nicht erst danach.

Wodurch entstehen in Beratungen hohe Bench-Zeiten?

Die häufigsten Ursachen sind mangelnder Überblick über anstehende Projektenddaten, eine langsame Zuordnung von Kompetenzen zu Projekten, wenn neue Aufträge eingehen, und fehlende durchsuchbare Kompetenzdaten, mit denen das Ressourcenmanagement schnell auf neue Anfragen reagieren könnte. Firmen mit gutem Bench-Management haben in der Regel einen Live-Überblick über Zuordnungen, Enddaten und Kompetenzen und keine Tabelle, die freitags aktualisiert wird.

Wie lässt sich Bench-Zeit messen?

Bench-Zeit wird üblicherweise als Anteil der insgesamt verfügbaren Arbeitsstunden gemessen, die keiner abrechenbaren Tätigkeit zugeordnet sind. Die meisten Firmen erfassen das als Auslastungsquote, also als Gegenstück zur Bench-Quote. Eine Zielauslastung von 75 bis 80 % bedeutet einen Bench-Spielraum von 20 bis 25 %. Entscheidend ist nicht nur die Quote selbst, sondern wo sich die Bench konzentriert: in welchen Practice-Bereichen, auf welchen Karrierestufen und wie lange.

Welche finanziellen Folgen hat ungesteuerte Bench-Zeit?

Bei 100 Consultants mit einem durchschnittlichen Stundensatz von 120 € bringt schon 1 % weniger Bench-Zeit jährlich rund 153.000 € zurückgewonnenen Umsatz. Bei 3 % sind es fast 460.000 €. In Firmen mit 400 Consultants macht dieselbe Verbesserung um 3 % mehr als 2,5 Millionen € aus. Das sind keine Gedankenspiele. Die Zahlen zeigen, was passiert, wenn Leerlauf aktiv gesteuert und nicht einfach hingenommen wird.

Was ist der Unterschied zwischen Bench-Management und Ressourcenplanung?

Ressourcenplanung umfasst das Gesamtbild, wie Menschen Aufgaben zugeordnet werden: laufende Projekte, Besetzung für die Pipeline, Kapazitätsprognosen und Urlaubsplanung. Bench-Management ist ein Teilbereich der Ressourcenplanung und konzentriert sich gezielt darauf, nicht eingesetzte Zeit zu verringern und den Übergang zwischen Projekteinsätzen zu beschleunigen.

Weiterlesen:

‍

Möchten Sie sehen, was Ihre Teams können?

MuchSkills bündelt die Kompetenzen, die über Lebensläufe, Tabellen und Köpfe verstreut sind, in einer lebendigen Übersicht. So beruhen Entscheidungen zu Besetzung, Planung und Entwicklung auf Fakten statt auf Vermutungen.

Plattform entdecken

Wir prüfen den Kalender von Daniel...

Stellen Sie uns Ihre Fragen

Ein echter Mensch antwortet, meist noch am selben Arbeitstag.

Live-Webinar · 30 Oct, 10:00 CET

How to analyse the Skill Gaps in your organisation

MuchSkills allows organisations to conduct an in-depth skills gap analysis in a matter of minutes and uncover the skill gaps that hurt organisational performance In this webinar, you will learn how t…