Diese Kompetenzen suchen Arbeitgeber jetzt und bis 2030

Wir schreiben das Jahr 2025, und der globale Arbeitsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Trends wie technologischer Fortschritt, wirtschaftliche Unsicherheit, demografischer Wandel, geoökonomische Fragmentierung und die grüne Transformation werden bis 2030 voraussichtlich 170 Millionen Arbeitsplätze schaffen und 92 Millionen verdrängen. Das entspricht einem Nettozuwachs von 78 Millionen Arbeitsplätzen, so der Bericht Future of Jobs 2025, den das World Economic Forum (WEF) im Januar veröffentlicht hat.
Inmitten dieses Umbruchs zählen laut dem Bericht KI und Big Data, Netzwerke und Cybersicherheit, Technologiekompetenz, kreatives Denken, Resilienz, Flexibilität, Agilität, Neugier und lebenslanges Lernen zu den wichtigsten Kompetenzen und Kompetenzbereichen, die Arbeitgeber weltweit auf dem Weg bis 2030 für entscheidend halten.
Auf 290 Seiten liefert der Bericht detaillierte Einblicke in die Trends und Kompetenzen, die die Arbeitswelt von 2025 bis 2030 prägen. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.
Die wichtigsten Treiber des Wandels in der Arbeitswelt
Laut dem Bericht gehören zu den Trends, die Unternehmen und Arbeitsmarkt am stärksten verändern:
- Ausbau des digitalen Zugangs: Der Ausbau des digitalen Zugangs gilt als stärkster Treiber des Wandels: 60 % der Arbeitgeber erwarten, dass er ihr Geschäft bis 2030 grundlegend verändert. Auch technologische Schlüsselentwicklungen wie KI und Informationsverarbeitung, Robotik und Automatisierung sowie Energieerzeugung, -speicherung und -verteilung dürften einen erheblichen Wandel anstoßen. Dadurch dürften folgende Kompetenzen stärker gefragt sein: Technologische Kompetenzen wie KI und Big Data, Netzwerke und Cybersicherheit sowie Technologieverständnis, die laut Prognose die drei am schnellsten wachsenden Kompetenzen sind. Das zeigt sich auch an der steigenden Nachfrage nach technischen Rollen wie Frontend Engineers, Backend Engineers und Full Stack Engineers in Produkt- und Technologieteams.
- Steigende Lebenshaltungskosten: Auf Platz zwei folgen die steigenden Lebenshaltungskosten: 50 % der Arbeitgeber erwarten bis 2030 Auswirkungen auf ihr Geschäft, obwohl weltweit mit einer sinkenden Inflation gerechnet wird. Zudem gehen 42 % der Unternehmen davon aus, dass eine allgemeine Konjunkturabschwächung betriebliche Veränderungen nach sich zieht.
Dadurch dürften folgende Kompetenzen stärker gefragt sein: Kreatives Denken, Resilienz, Flexibilität und Agilität. - Klimaschutz: Der Klimaschutz ist insgesamt der drittstärkste Treiber des Wandels und innerhalb der grünen Transformation sogar der stärkste: 47 % der Arbeitgeber rechnen damit, dass er ihr Geschäft in den nächsten fünf Jahren verändert. Die Anpassung an den Klimawandel landet auf Platz sechs und dürfte 41 % der Unternehmen betreffen.
Dadurch dürften folgende Kompetenzen stärker gefragt sein: Ingenieure für erneuerbare Energien, Umweltingenieure sowie Fachleute für Elektro- und autonome Fahrzeuge, die allesamt zu den 15 am schnellsten wachsenden Rollen gehören. Außerdem rückt durch die Klimatrends die Umweltverantwortung stärker in den Fokus: Sie zählt im Future of Jobs Report erstmals zu den Top 10 der am schnellsten wachsenden Kompetenzen. - Demografischer Wandel: Demografische Verschiebungen dürften Volkswirtschaften und Arbeitsmärkte weltweit neu ordnen: In einkommensstärkeren Volkswirtschaften altert und schrumpft die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, in einkommensschwächeren wächst sie.
Dadurch dürften folgende Kompetenzen stärker gefragt sein: Talentmanagement, Lehren und Mentoring sowie Motivation und Selbstwahrnehmung. In Ländern mit alternder Bevölkerung dürften Gesundheitsberufe wie Pflegefachkräfte zulegen, in Ländern mit wachsender Erwerbsbevölkerung dagegen Bildungsberufe wie Hochschullehrende. - Geoökonomische Fragmentierung und geopolitische Spannungen: Geoökonomische Fragmentierung und geopolitische Spannungen dürften in den nächsten fünf Jahren bei 34 % der Organisationen das Geschäftsmodell verändern. Dahinter stehen vor allem zunehmende Handels- und Investitionsbeschränkungen sowie Subventionen und Industriepolitik, die besonders Volkswirtschaften mit engen Handelsbeziehungen zu den USA oder China treffen. Unternehmen, die mit solchen Folgen rechnen, verlagern Geschäftsbereiche eher ins Ausland oder holen sie zurück.
Dadurch dürften folgende Kompetenzen stärker gefragt sein: Sicherheitsbezogene Rollen sowie mehr Expertise in Netzwerken und Cybersicherheit. Zudem dürften zentrale menschliche Fähigkeiten wie Resilienz, Flexibilität, Agilität, Führung und sozialer Einfluss noch wichtiger werden.
Kompetenzlücken: Ein Grund zur Sorge
Der Bericht prognostiziert, dass die Schaffung neuer und der Wegfall veralteter Arbeitsplätze infolge struktureller Veränderungen am Arbeitsmarkt in den nächsten fünf Jahren zu einem Nettozuwachs von 78 Millionen Arbeitsplätzen führen werden. Bis 2030 werden jedoch schätzungsweise 39 % der heutigen Kompetenzen der Beschäftigten entweder veraltet sein oder sich grundlegend wandeln müssen, und 59 % der Belegschaft werden Weiterqualifizierung oder Umschulung benötigen, so der Bericht.
Kompetenzlücken bereiten Arbeitgebern daher große Sorgen: 63 % sehen darin ein erhebliches Hindernis für die Transformation ihres Unternehmens. Dem Bericht zufolge setzen Arbeitgeber deshalb zunehmend auf die Weiterqualifizierung ihrer Belegschaft. Damit sie wirkt, muss sie allerdings mit einer Skill-Gap-Analyse beginnen. 85 % wollen den Schwerpunkt auf die Weiterqualifizierung der Belegschaft legen, 70 % planen, Personal mit neuen Kompetenzen einzustellen, 40 % wollen Personal abbauen, dessen Kompetenzen an Relevanz verlieren, und 50 % möchten Mitarbeitende aus schrumpfenden in wachsende Rollen bringen. Leicht umsetzen lässt sich nichts davon ohne Skills Intelligence, also ein klares, laufend aktualisiertes Bild davon, was Ihre Belegschaft heute tatsächlich kann.
Interessanterweise gaben 64 % der befragten Arbeitgeber an, dass die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden ein zentraler Schwerpunkt sein wird, um Talente zu gewinnen.
Darüber hinaus gelten wirksame Umschulungs- und Weiterqualifizierungsinitiativen sowie bessere Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten als vielversprechende Strategien zur Talentgewinnung. Laut den Befragten zählen staatliche Maßnahmen, die Umschulung und Weiterqualifizierung finanzieren und unterstützen, zu den willkommensten Mitteln, um die Verfügbarkeit von Talenten zu erhöhen.
Die Ausgabe 2020 dieses Berichts mit Blick auf 2025 hatte eine „doppelte Disruption“ vorhergesagt: Arbeitsplatzverluste durch Automatisierung und die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie, wodurch potenziell 85 Millionen Arbeitsplätze verdrängt und 97 Millionen geschaffen würden, ein Nettozuwachs von 12 Millionen. Zudem wies sie auf erhebliche Kompetenzlücken hin und schätzte, dass 40 % der Beschäftigten eine Umschulung von höchstens sechs Monaten benötigen würden, um diese Herausforderungen zu bewältigen.
Hier finden Sie unseren Blogbeitrag zum Bericht von 2020: Diese Kompetenzen suchen Arbeitgeber heute … und bis 2025
Zusammengefasst sind dies die Kompetenzen, die zwischen 2025 und 2030 voraussichtlich gefragt sein werden:
- KI und Big Data
- Netzwerke und Cybersicherheit
- Technologiekompetenz
- Kreatives Denken
- Resilienz, Flexibilität und Agilität
- Neugier und lebenslanges Lernen
- Führung und sozialer Einfluss
- Talentmanagement
- Analytisches Denken
- Umweltverantwortung
- Systemisches Denken
- Motivation und Selbstwahrnehmung
- Empathie und aktives Zuhören
- Design und User Experience
- Serviceorientierung und Kundenservice
Quelle: World Economic Forum, Future of Jobs Survey 2024.
Im Bericht 2020 waren dies die wichtigsten Kompetenzen für 2025
- Analytisches Denken und Innovation
- Aktives Lernen und Lernstrategien
- Komplexe Problemlösung
- Kritisches Denken und Analyse
- Kreativität, Originalität und Eigeninitiative
- Führung und sozialer Einfluss
- Technologienutzung, -überwachung und -steuerung
- Technologiedesign und Programmierung
- Resilienz, Stresstoleranz und Flexibilität
- Logisches Denken, Problemlösung und Ideenfindung
- Emotionale Intelligenz
- Fehlerbehebung und User Experience
- Serviceorientierung
- Systemanalyse und -bewertung
- Überzeugungskraft und Verhandlungsgeschick
Der Bericht Future of Jobs 2025 basiert auf dem Future of Jobs Survey des World Economic Forum. Für diese Umfrage wurden Ende 2024 mehr als 1.000 Arbeitgeber weltweit befragt, die zusammen über 14,1 Millionen Menschen in 22 Branchenclustern und 55 Volkswirtschaften beschäftigen. Den vollständigen 290-seitigen Bericht finden Sie hier: World Economic Forum, Future of Jobs Report 2025
Wenn Sie verstehen möchten, wie diese gefragten Kompetenzen auf Rollenebene aussehen: MuchSkills hat sie für konkrete Profile aufgeschlüsselt, darunter Kompetenzen für Full Stack Engineers, Kompetenzen für Frontend Engineers, Kompetenzen für Backend Engineers, Kompetenzen für Data Scientists sowie verhaltensbezogene Fähigkeiten wie Agilität und Anpassungsfähigkeit und ausgeprägte Problemlösungskompetenz.
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